„JedeR ist gleich willkommen“

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Die Freien Aktiven Schulen in Degerloch und auf den Fildern organisierten in diesem Jahr das Bundesverbandstreffen der Freien Alternativschulen. Am letzten Wochenende trafen sich über 300 Teilnehmer aus ganz Deutschland. Dabei wurde eine Resolution zur Flüchtlingsdebatte verabschiedet.

„Träumt weiter: Visionen für die Bildung von morgen“ hieß welcome-sign-smalldas Motto vom 25. bis 27. September an der Freien Aktiven Schule in Degerloch. Schüler, Eltern und Pädagogen aus ganz Deutschland beschäftigten sich mit alternativen Bildungskonzepten. In Workshops, Podiumsdiskussionen und vor Ort entwickelten Angeboten ging es um selbstbestimmtes Lernen, um demokratische Mitbestimmung und gegenseitigen Respekt. Und es ging darum, sich auszutauschen, zu bestärken, zusammen Spaß zu haben, zu träumen und zu feiern.

Solch ein „Familientreffen“ der Freien Alternativschulen findet reihum einmal jährlich statt. Rund 100 Schulen und Gründungsinitiativen in Deutschland sind im Bundesverband der Freien Alternativschulen e.V. (BFAS ) zusammengeschlossen. Alle diese Schulen verbindet die Vorstellung, dass Schule ein Ort ist, an dem Kinder für ihr Leben gern leben. Gaby Groß, Geschäftsführerin der Freien Aktiven Schule Stuttgart, erklärt: „Schule nach unserem Verständnis ist ein Ort, an dem jedes Kind sein und lernen kann, wie es ihm entspricht. Es ist ein Ort, an dem Kinder mitbestimmen und Verantwortung übernehmen. Und an dem Erwachsene nicht beurteilen und benoten, sondern begleiten und zur Verfügung stehen, wenn sie gebraucht werden.“

Die Freien Alternativschulen haben erkannt, wie wichtig die Beziehung zwischen Schülern und Lehrern ist, wenn Lernen gelingen will. „Deshalb treten wir ein für eine Beziehungskultur, in der Lehrer und Schüler wertschätzend miteinander umgehen“, ergänzt Frank Baum, Vorstand bei der Freien aktiven Schule PIEKS in Leinfelden. „Es ist eine Beziehungskultur, in der die Meinungen von Schülern ernst genommen werden und in der die Lehrer die Aufgabe eines Mentors übernehmen.“

Diese Art des Miteinander-in-Beziehung-Tretens möchten die Freien Alternativschulen nun auch über ihre Schulen hinaus auf Flüchtlinge ausweiten. Aus diesem Grund nutzten die Mitgliedsschulen des Bundesverbands das Treffen am Wochenende und verabschiedeten eine Resolution unter der Überschrift „JedeR ist gleich willkommen“. Tilmann Kern, Geschäftsführer des Bundesverbands der Alternativschulen, erklärt: „Mit der Resolution verpflichten wir uns als Freie Alternativschulen, alle Menschen ohne Unterscheidung willkommen zu heißen, indem wir ihnen Unterstützung auf Augenhöhe anbieten. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Ursachen, Bedingungen und Auswirkungen von Flucht zum Thema zu machen und nachhaltig an Veränderungen zu arbeiten.“